
Eigentlich müsste man ja der Meinung sein, dass in einer modernen Gesellschaft auch ein moderner Umgang mit familiären Problemen möglich sein müsste, wenn Eltern um das Sorge- oder Umgangsrecht vor Gericht streiten. Leider ist dies bis heute nicht der Fall und so ist die Initiative in Cochem in meinen Augen begrüßenswert. Dort sind die Richter angehalten die Eltern grob gesagt zu einer außergerichtlichen Einigung zu zwingen, die dann anschließend durch ein Gerichtsurteil bestätigt wird. Entzieht sich ein Elternteil den Maßnahmen, nimmt an gemeinsamen Mediationen nicht teil, so verliert er seine Rechte.
Grundsätzlich ist die Idee, durch familientherapeutische Maßnahmen und durch Konfliktmanagement, die Eltern dazu zu zwingen, sich zu bewegen und sich aktiv mit der Problematik auseinander zu setzen, ein Schritt in die richtige Richtung, doch weigern sich bisher andere Gerichte das Modell zu übernehmen, da es wohl in der Umsetzung noch nicht ausgereift ist. Ich finde es eine Schande, dass mal wieder in Deutschland moderne Maßnahmen von unseren Blockieren und Bremsern gestoppt werden, da ihr Gehirnschmalz nicht ausreicht, um mal über ihren juristischen Tellerrand hinauszublicken. Schade eigentlich, dass im Land der Dichter und Denker so viele Leichtgewichte in Amt und Würden sind. Wir könnten schon viel weiter sein, wenn zur Ausübung eines Berufes nicht nur Wissen sondern auch Intelligenz von Nöten wären.
So warten die Kinder in Deutschland weiter darauf, dass jemand sie und ihre Sorgen wahrnimmt – in Zeiten der Finanzkrise ein frommer Wunsch – jetzt geht es um Wichtigeres, als um leidende Kinder. Wir müssen unsere Pfründe sichern, das hat Vorrang.


